Lemberger 2018

18,00 

Bildtitel: Tand Tand

Tand ist ein nutzloses Ding ohne Wert. Der Begriff wurde von Shakespeare in seinem Macbeth, zumindest in der deutschen Übersetzung verwendet: alles ist nur Tand. Und bei Fontane geht es in seiner Brücke am Tay um den Einsturz einer modernen Eisenbahnbrücke. Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand. Beide Dichter mahnen vor einer technologiegläubigen Hybris.

Diese Aufgabe hat bei uns der Lemberger: er mahnt uns, die Tradition nicht zu vergessen, bei all unserem Streben nach Spitzenweinen.

Kategorie:

Frisch aufgezogen und eingegossen

Die animalische Nase des Lembergers erinnert an den Geruch von Pferden im Stall. Etwas Paprika, grüne Töne und die Ähnlichkeit mit einem Cabernet bringen diesem Wein vollwürzige Kraft, wenn man ihn am besten drei Tage vorher aufmacht. Die junge Gerbsäure zollt dann der Zeit den nötigen Respekt. Der Lemberger hat anfangs wenig Frucht, aber viel Würze. Die Kirsche ist gegessen und jetzt lutscht man an dem Kern herum.

Sauerstoff aufgenommen

Die Pferde sind weg. Es bleibt der Stallgeruch. Der Trinker zückt die Federtasche und genießt den zarten eleganten Bleistift aus Graphit. Und der Geschmack ist zart und elegant, wie man es nicht zu glauben vermag. Eine Metamorphose eines Lembergers.

Nach vier Stunden durchgeatmet

Der Lemberger ist verschwunden und so feinsinnig abgetreten, dass man meinen könnte er sei ein Geist gewesen. Abwarten.

Am nächsten Abend, 24 Stunden später

Am Tag danach ist das Pferd ein Pony geworden. Mit Blutaromen, sanft, stählern. Eigenartige interessante Geschmacksebenen mit Zeit und Luft und Temperatur.

Inhalt

0,75 l

Geschmacksrichtung

trocken

Alkoholgehalt

14,00%

Jahrgang

2018

Auflage

6500

Grundpreis

24,00 EUR

Sonstiges

Enthält Sulfite